18 Nov 2007
Der Flug und die ersten beiden Tage
Nachdem in Frankfurt, aus mir noch immer nicht bekannten Gründen, ein Zugang zum Terminal 1 zwischenzeitlich gesperrt war, gab es am zweiten Zugang lange Schlangen an Personen- und Passkontrolle, so dass ich grad noch rechtzeitig (um kurz vor 10 deutscher Zeit) das Flugzeug betrat. Trotz der Schlangen wäre das Flugezeug um Viertel nach 10 startklar gewesen, doch leider lies das Bodenpersonal eine Viertelstunde auf sich warten. Der Flug verlief ruhig, ich hatte einen netten Sitznachbarn, das Essen war in Ordnung und der Bordservice auch
. In Montréal standen nun zuerst Pass und dann Einreisekontrollen an. Diese Formailien verliefen absolut problemlos und nach kurzer Wartezeit hatte ich mein Gepäck in der Hand und konnte den Flughafen verlassen.
Nunja so stand ich da in der großen Ankunftshalle, auf der Suche nach dem Taxistand und einem Telefon. Was nun folgte war wohl die aufregendste Taxifahrt meines Lebens… für 40 CAN$ einmal quer durch Montréal… mit allem drum und dran, viel Gehupe, rechtsüberholen, einem Durchschnitt von ca. 90 km/h, obwohl die meisten Teile der Strecke auf 50 oder 80 km/h begrenzt waren. Nach kurzem Suchen fand der Fahrer dann auch die richtige Straße und setzte mich vor der Haustür ab, wo mein Vermieter wartete. Ich habe ein wunderschöne, modern eingerichtete Wohnung mit einem großen Doppelbett (obwohl im Mietvertrag steht, dass die maximal Anzahl an Personen die in der Wohnung leben 1 ist) , gemütlichen Wohn- und Essbereich und einem kleinem Bad, also alles was man zum Leben braucht. Nachdem Francois, mein Vermieter, mir die grundlegensten Dinge über die Wohnung, Montréal und die nächsten Einkaufmöglichkeiten erzählt hatte, machte ich mich auf den Weg, um den Grundbedarf an Essen und Trinken zu decken. Das Viertel in dem ich wohne ist stark fränzösisch geprägt, mit einer schönen, arkadenartigen Einkaufsstraße nahe der Metrostation. Der restliche Abend war kurz, da ich hundemüde war und mich nicht mehr aufraffen konnte noch in die Stadt zu fahren, zumal es hier um spätesten 17:00 Uhr stockdunkel ist.
Heute morgen habe ich ausgeschlafen, etwas gelesen, gut gefrühstückt und bin dann gegen Mittag mit der Metro in die Innenstadt gefahren. Da ich noch einen Stromadapter brauchte, zog es mich zuerst zu einer Adresse nahe der Metrostation Berri-Uqam. Als ich wieder zurück ans Tageslicht kam, kam ich mir vor wir in einer anderen Stadt, das eher dörfliche Vorstadtleben war dem wirklichen Stadtleben gewichen, mit all seinen Vor- und Nachteilen. Die ersten Leute die mir auffielen waren eine Gruppe Obdachloser, die sich teilweise innerhalb, teilweise außerhalb der Metrostation aufhielten. Trotz der Nähe zu einer der Universitäten war dies ein Teil der Stadt, den ich möglichst schnell verlassen wollte und so machte ich mich auf den Weg zum Elektohändler, den mir mein Vermieter empfohlen hatte. Dieses Stück meines heutigen Weges durch die Stadt war wohl der unschönste und unangenehmste, ständig wurde ich von Obdachlosen angesprochen und da nur wenig Leute unterwegs waren, war es doch sehr ungeangenehm dort zu laufen. Nachdem ich den Händler gefunden und den Adapter gekauft hatte, machte ich mich auf den Weg in Richtung Innenstadt bzw. zum Touristenbüro. Was hierbei extrem auffiel ist, dass Montréal relativ viele große Kirchen hat und dass es eigentlich nur im Kernbereich einige wenige Hochhäuser gibt, während alles drumherum eher flacher ist. Vorbei an etlichen Parks, einigen Hochhäusern diverser Banken und einigen Kirchen gelangte ich zum Touristenbüro inmitten der Stadt, welches ich, eingedeckt mit mehreren Bröschüren, wieder verlies.
Mein Weg führte mich durch einen kleinen Park direkt zur Basilique Marie – Reine du monde, einer wunderschönen katholischen Basilika. Anschließend schlenderte ich Richtung Rue Duke in der sich die Büros von SAP befinden. Vorbei an einem Obdachlosen, der sich im Eingangsbereich einer anglikanischen Kirche am Place du Canada niedergelassen hatte. Ein irgendwie typisches Bild für diese Stadt. Vorbei an den großen Hotelhochhäusern von Mariott und Hilton, vorbei an der Ècole de technologie supèrieure, an der riesigen Niederlassung von VW immer in Richtung St. Lorenz-Strom. Dort unter den Brücken hindurch und schon stand ich vor dem riesigen Gebäude, in dem auch SAP seine Büros hat. Mein Weg führte mich weiter durch das wirklich sehenswerte alte Montréal, einem Teil der Stadt, den ich wohl noch öfter besuchen werde. Nach ca. zwei Stunden in diesem schönen Stadtteil fuhr ich kurz vor Einbruch der Dunkelheit gegen 5 Uhr wieder zurück nach Hause.
Fazit dieser beiden Tage. Montréal hat wunderschöne Ecken und Viertel, auch wenn es wie überall Gegegenden gibt, die man schnellst möglich verlassen will. Aber gerade das alte Montréal ist wunderschön und garantiert einen Besuch wert.
Morgen gehts dann auf zur Arbeit und irgendwann, wenn ich mal Zeit finde gehts rauf auf den Mont Royal
Das wars von mir, viele Grüße aus dem kalten, aber sonnigen Montréal,
Florian


hey Flo!
Die Bilder sind echt genial und ich wünsche dir eine wunderschöne Zeit, ich weiß aus erfahrung, dass der Anfang nicht einfach ist… besonders, wenn man nach einigen Wochen realisiert, wo man ist
Aber bei dir bin ich mir sehr sicher, dass du das alles ohne Probleme meisterst.. und solltest du doch einmal etwas traurig werden und Deutschland vermissen, dann mache dir etwas Musik an, schau dir zwei, drei Fotos an und denke daran, dann diese Zeit in Montreal beschränkt ist und du Deutschland schnell genug wieder haben wirst.
Ich bin auf jeden Fall in Gedanken bei dir in Montreal.. naja nicht ganz.. sagen wir nach meiner Biologieklausur am Donnerstag bin ich in Gedanken bei dir
hehe
Also Flo, viel Spaß weiterhin in Montreal und bitte tue mir einen Gefallen:
Mach weiterhin solch schöne Bilder und wecke in mir weiterhin die Erinnerung an meinen schönen Australienaufenthalt…. ein Trostpflaster in meiner aktuell stressigen zeit
Bis demnächst Kumpel!
ciaoooooooo
jan
Jan
November 19th, 2007 at 10:24permalink