24 Dez 2007
Toronto – Vancouver und Weihnachten
Hallo Ihr,
Ich wünsche euch allen ein besinnliches, ruhiges, gemütliches Weihnachtsfest. Ich werde Weihnachten mit Verwandten in Vancouver feiern und genießen.
Was ist in der Zwischenzeit passiert? Fangen wir beim Montag vor einer Woche an. Wie gesagt bin ich zu den Niagara Fällen gefahren, das heißt früh aufstehen, ein lecker Frühstück im Hostel genießen und dann ab zum Central Bus Terminal. Auf der circa zweistündigen Fahrt hat sich der Himmel dann immer mehr zugezogen, von Sonnenschein in Toronto, bis zu Nebel und Wolken kurz vor Niagara Falls. Aber wie in den Tagen zuvor hat auch da verdammt viel Glück, es blieb zwar bewölkt, aber man hatte einen herrlichen Blick sowaohl auf die amerikanischen, als auch auf die kanadischen Fälle (wegen ihrer Form auch “Horseshoe” genannt). Die Fälle an sich sind ein beeindruckendes Naturspektakel, meiner Meinung nach vor allem im Winter =). Warum gerade im Winter das hat zwei Gründe: der Erste ist: Es sind nur wenige Touristen unterwegs, der Zweite ist: Durch die Unmengen an Wasser die am Horseshoe in die Tiefe fallen, wird sehr viel Wasser in feinen Tropfen in der Luft “zerstäubt”, dadurch bilden sich rund um die Fällen Eiszapfen, die Zäune frieren zu, die Bäume werden von einer Eisschicht umzogen etc. es ist zumindest wunderschön. Ich habe dann fast den ganzen Tag an den Fällen verbracht, mich zwischendurch bei “Tim Hortons” mit einem Kaffee und Chili-con-Carne aufgewärmt und gegen Mittag dann die Fälle von hinten besichtigt. Man kann nämlich durch einen Tunnel hinter die Fälle kommen, es ist einfach beeindruckend 1.000.000 Badewannen Wasser pro Minute in die Tiefe stürzen zu sehen =). Außerdem konnte man da noch auf eine Aussichtsplattform von der man die Fälle auf halber Höhe anschauen konnte. Den ganzen Tag habe ich mit einer Taiwanesin und einer Kanadierin verbracht, die ich im Bus getroffen hatte und die, wie ich, aus dem Dorf “Niagara Falls” zu den Fällen gelaufen sind. Am Nachmittag lugte sogar ab und zu die Sonne durch, so dass man an den amerikanischen Fällen einen kleinen Regenbogen sehen konnte. Um 16:30 Uhr ging es dann zurück nach Toronto, um am Abend die Stadt aus ca. 440 Metern Höhe zu besichtigen.
Also ging es um 8 Uhr mit dem Aufzug erst auf ca. 340 Meter Höhe, um dort durch den “Glass Floor” nach unten zu schauen und in dieser Höhe auf ca. 6 cm dickem Glas zu stehen. Das ist schon ein krasses Gefühl, auch wenn man genau weiß, dass die Scheiben einen Tragen werden (Zur Beruhigung, jede von ihnen kann mindestens 14 Nilpferde tragen =)). Trotzdem irgendwie ein komisches Gefühl. Leider war die Außenplattform aufgrund der Jahreszeit geschlossen.
Dann ging’s mit einem Innenaufzug noch einmal ca. 100 Meter nach oben zum “Sky Pod”, der ehemals höchsten Aussichtsplattform der Welt. Von dort hat man eine herrliche Aussicht über Toronto bei Nacht und über den Lake Ontario, auch wenn man den nur als schwarzen “See” wahrnimmt. Dort sieht man auch, welche Ausmaße die Stadt hatte. Ich habe trotz der klaren Nacht, in fast alle Richtungen Lichter der Stadt am “Horizont” gesehen. Es war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis.
Am Dienstag Morgen habe ich dann, wie angekündigt, die Hockey Hall of Fame besucht, wo alle berühmten Eishockeyspieler der NHL verweigt sind. Außerdem gibt es da den Stanley Cup –Pokal und alle anderen wichtigen Eishockeypokale (oder doch nur deren Replika
) zu sehen. Es war schon echt gigantisch das ganze Mal zu sehen, vor allem da ich seit ich hier bin richtiger Eishockey geworden bin. Danach ging es zurück zum Hostel, das Gepäck aufsammeln, zum Airport-Shuttle-Bus und dann zum Pearson International Airport. Alles bis zum Boarding ist wunderbar gelaufen. Ich hatte am Abend zuvor schon online im Hostel eingecheckt, von daher hatte ich keine Probleme mit dem einchecken (ich konnte einen Extraschalter zum Gepäck abgeben benutzen, so dass ich dort kaum warten musste). Anschließend ging es problemlos durch die Passkontrollen und dann auf die Suche nach dem richtigen Gate. Aufgrund des Schnees und der kalten Temperaturen mussten wir dann erst einmal das Gate wechseln (da unser Gate von einem anderen Flugzeug versperrt wurde, dass noch nicht starten konnte).Wir sind dann mit über einer halben Stunde Verspätung in Toronto abgehoben. Ich wollte eigentlich vom Flughafen aus schreiben, aber leider hatte ich dort (zu meinem Erstaunen, sonst findet man überall ein offenes WLAN-Netz) kein Internet. Den angefangen Beitrag habe ich dann unglücklicherweise auch noch “verloren”, so dass ich erst heute wieder Lust hatte zu schreiben =).
Ich kam dann mit ca. 20 Minuten Verspätung in Vancouver an wo ich von Gerry (dem Cousin meiner Oma (hoffentlich habe ich mich nicht im Stammbaum verlaufen =))) abgeholt wurde. Er hat mich zu Bianca, seiner Nichte gebracht, bei der ich die nächsten 3 Tage verbracht habe. Ich hatte dort genug Zeit, um mich etwas auszuruhen. Am Mittwochabend, habe ich zusammen mit dem Rest der Familie das Konzert der Tochter von Bianca, Talia, besucht. Es war ganz schön ein paar klassische Weihnachtslieder zu hören =).Am Donnerstag hat mir ihr zweitältester Sohn Chad dann White Rock Beach gezeigt, am Freitag war ich dann bei den abendlichen Weihnachtseinkäufen (7 Uhr abends –Mitternacht =)) dabei und konnte mich etwas umsehen, zum Beispiel nach Skiern, einer Kamera und nach einem passenden Geschenk für das große “Familien-Weihnachtsspiel am 1. Weihnachtstag – Christmas Day. Wie das funktioniert schreibe ich dann dort =). Das passende Geschenk habe ich leider erst heute in Vancouver gefunden, aber besser spät als nie. Da ich da aber doch etwas abseits der Stadt war, bin ich am Samstag (das wurde alles für mich geplant) zu Gerry nach Vancouver “umgezogen”. Ich bin mit der Skytrain, einer Art S-Bahn nach Vancouver gefahren, wo mich Gerry an einer Station aufgesammelt hat und mir ein bisschen Vancouver bei Nacht gezeigt hat (da habe ich dann auch meine Kamera wieder bekommen, die ich am Dienstag in seinem Auto vergessen hatte, von daher gibt’s von diesen Tagen keine Bilder).
Heute hatte ich meinen ersten Tag in Vancouver, aufgrund der wunderschönen Lage am Wasser und den riesen Parks, vergleichbar mit Sydney und wahrscheinlich eine der schönsten Städte der Welt. Auch wenn es heute recht regnerisch und trüb war, hat mich Gerry zuerst um den Stanley-Park gefahren, einem riesigen innerstädtischen Park/Waldgebiet, auf einer Halbinsel. Da hier vor ca. einem Jahr ein ähnlicher Sturm wie seinerzeit “Lothar” gewütet hat, sah es dort ein einigen Stellen, fast genauso aus L. Anschließend bin ich durch die Stadt gelaufen, habe im Pacific Center auch das ersehnte Geschenk gefunden und mir dann am Canada Place, einer Art Terasse des Exhibtion Centers eine Weihnachtsbaumausstellung angeschaut (die Firmen dürfen jeweils einen Baum dekorieren, waren ganz skurrile Sachen dabei =). Vornehmlich bin ich da aber entlanggelaufen um einen herrlichen Blick über den Hafen und auf Downtown zu genießen. Am Abend ging es dann zurück zu Gerry, der mich mit leckerem Fisch und selbstgebackenen Weihnachtsplätzchen begrüßte. Wir haben dann, wie gestern Abend, noch das Spiel der Vancouver Canucks angeschaut und ich werde dann, wenn ich den Beitrag fertig habe auch langsam ins Bett gehen, schließlich will ich ja noch etwas von Vancouver sehen und morgen soll es ganz schön werden.
Am Dienstag geht es dann zu Bianca, zur großen Familien Weihnachtsfeier und wahrscheinlich am Donnerstag in Richtung Whistler zum Skifahren (ich hoffe das klappt, Mount Whistler ist laut einem amerikanischen Skimagazin das beste Skigebiet Nordamerikas und Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2010).
Jetzt noch ein paar Dinge die mir hier aufgefallen sind:
- Damit der Hafen der Polizei in Toronto nicht zufriert, lassen sie die Tore der Bootshallen einen Spalt offen und die Motoren sämtlicher Boote auf kleiner Stufe laufen, damit das Wasser in Bewegung bleibt. Die eine Hälfte des Hafens ist zugefroren (da wo die Verwirbelungen der Motoren nicht mehr hinreichen), die andere Hälfte, wo sich auch die Einfahrt befindet ist frei. Ein sicher nicht ganz umweltfreundlicher, aber effektiver Weg, den Polizeihafen vor dem Einfrieren zu bewahren.
- Auch wenn Einige in Montréal gemeint haben, es würde sich nicht wirklich lohnen nach Toronto zu gehen, ich fand Toronto auf jeden Fall einen Besuch wert und empfand die Zeit die ich dort hatte als sehr schön und leider viel zu kurz. Aber immerhin haben die Montréal Canadiens gegen die Toronto Maple Leafs letzte Woche Samstag gewonnen =).
- Wenn ich das nächste Mal in einer fremden Stadt bin, werde ich wahrscheinlich wieder ein Hostel als Aufenthaltsort wählen, es ist einfach toll, wenn man dort auf Menschen unterschiedlichster Herkunft stößt und sich trotzdem super versteht. In Toronto ist übrigens das Hostel Clarence Castle wärmstens zu empfehlen.
- Der westliche Teil von Kanada (Vancouver und British Columbia) ist im Gegensatz zum Östlichen (Toronto und Montréal) wesentlich stärker durch die USA geprägt, was wahrscheinlich, gerade bei Vancouver, durch die Nähe zu den Staaten kommt und dadurch, dass sich der Westen erst später richtig entwickelte.
- Da die Amerikaner keine so tolle Aussicht auf die Niagara Fälle (sowohl auf die Amerikanischen, als auch die Kanadischen) haben, haben sie sich eine riesige Aussichtsplattform direkt neben die amerikanischen Fälle gebaut (Zum Glück war ich auf der kanadischen Seite =)).
- Mir wurde inzwischen von vielen Seiten geraten, dass ich mir auf jeden Fall noch New York anschauen soll. Ich bin mir momentan nicht so sicher ob ich das machen soll, mal schauen wie es zeitlich aussieht. Ich will auf jeden Fall noch Ottawa und Quebec City besuchen und solange bin ich ja auch nicht mehr in Kanada.
- Die Bilder in der Bildergalerie bei Toronto sind irgendwie etwas durcheinander gekommen, ich werde das irgendwann reparieren, wenn ich denn mal dazukomme, Bilder von Vancouver gibt es in den nächsten Tagen.
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EDIT: Alles repariert, inklusive einiger Schönheitsreperaturen.
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So das war es nun wirklich von mir =), ein schönes Fest wünscht euch,
Florian

