5 Feb 2008

Montréal, Quebec City und New York

Posted by Florian

Hallo erst mal…,

ich bin in den letzten zwei Wochen einfach nicht dazu gekommen zu schreiben, deswegen gibt es jetzt einen etwas längeren Bericht. Generell war unter der Woche nicht so viel los, da ich meist recht viel gearbeitet habe und dann einfach zu faul war noch etwas zu machen, aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Am Dienstag vorletzte Woche war ich abends, mit Christian und ein paar seiner Kollegen, auf der Autoshow hier in Montréal. Zuerst ging es durch den “Sept ciel” übersetzt sowas wie der siebte Himmel. Dort standen einige Luxuskarossen unter anderem ein SLR, ein Ferrari Enzo und einige ältere Schmuckstücke. Die Ausstellungsfläche war aber sehr klein und die Aufmachung eher schwach, die die Stände von den lokalen Händlern aufgebaut wurden. Unten ging es dann weiter mit den amerikanischen Marken (General Motors hatte mit seinen Töchtern fast einen ganzen Abschnitt der Halle) und den Marken vom Rest der Welt. Während die Amis vorwiegend auf dick, groß und kräftig machten und vor allem Pick-Ups und Geländewagen zeigten. Zeigten die Japaner vor allem die “normalen” Kleinwagen, Kombis und Limousinen, aber auch die SUVs und Geländewagen (vor allem Nissan) kamen nicht zu kurz. Die Deutschen präsentierten sich sehr sportlich, unter anderem mit einem Audi R8 zum anfassen, einem Audi S5, einem BMW 6er Cabriolet und einem AMG CL65, also auch nicht gerade umweltfreundlich. Es war auf jeden Fall ein interessanter und spaßiger Abend.

Die restlichen Wochentage brachten nichts Neues… Samstags ging es dann zusammen mit Christian mit dem Bus nach Quebec City, einer Stadt, die normalerweise mit einer sehr schönen und nicht ganz überfüllten Innenstadt/Altstadt (Quebec wird dieses Jahr 400 Jahre alt) aufwarten kann. Doch auch dieses Mal kam alles anders als geplant. Als wir angekommen sind wir erst einmal am Hafen entlanggelaufen, haben das Eis auf dem Fleuve St. Laurant bewundert und vergeblich nach einem ordentlichen, aber nicht zu teuren Fischrestaurant gesucht. Ein Händler am Markt direkt am Hafen hatte uns gesagt, dass an diesem Wochenende ein Riesenevent in Quebec stattfindet… Die Red Bull Crashed Ice Challenge. Wie der Name schon sagt ein von Red Bull gesponsertes Event, worunter wir uns aber nicht wirklich etwas vorstellen konnten.

Am unteren Ende der Altstadt (die liegt auf/an einem Hügel, innerhalb einer Stadtmauer) sahen wir dann eine Art Auslauf wie auf einer Eisbahn. Das war das Ende der Crashed Ice Strecke, die ca. 1,5 km vom Chateau Frontenac (einem der am besten ausgebuchtesten Hotels der Welt) durch die Innenstadt verlief. Überall Kameras, Videowände und Lautsprecher, wir stellten uns also auf eine etwas größere Veranstaltung ein und beschlossen, da abends hinzugehen. Im Tourismusbüro sagte man uns dann, dass es im Anschluss noch ein Rockkonzert vor dem Parlament, also außerhalb der Stadtmauern geben sollte. Mittag gegessen haben wir dann in einem italienischen Restaurant, da wir kein geeignetes Fischrestaurant gefunden hatten.
Nach dem Essen sind wir zuerst in die Jugendherberge, konnten aber noch nicht einchecken, da die gerade Personalwechsel hatten und so haben wir erst einmal einen Spaziergang um die Festung “La citadelle” gemacht. Auf dem Rückweg haben wir dann zum ersten Mal traditionell Ahornsirup gegessen… wie das funktioniert? Der Ahornsirup wird auf eine Schneebar gekippt, dann wartet man einige Sekunden und rollt das ganze mit einem Holzstäbchen auf. Anschließend kann man es abnagen/abschlecken. Es schmeckt verdammt süß, aber nicht schlecht ;) . Dann ging es zum Aufwärmen und einchecken zurück ins Hostel (es war doch etwas kälter…) und dann zu der Crashed Ice Strecke. Dort sind wir dann eine Stunde in Menschenmassen gestanden und dabei halb erfroren (wie gesagt es war kalt, dann wurde es auch noch Nacht und durch bloßes rumstehen wird es nicht warm). Der Wettbewerb funktioniert dann so, dass sich 4 Läufer gleichzeitig auf Schlittschuhen die Strecke runter stürzen (wortwörtlich) und der gewinnt der als Erster unten ist, zwischendrin sind zum Teil Sprünge und wellige/stufige Passagen. Ich halte die Leute immer noch für verrückt. Der Modus ist ein K.O.-Modus, immer die besten Zwei eines Laufes kommen eine Runde weiter. Wir sind dann nach ein paar Läufern zum Aufwärmen zurück ins Hostel, da unsere Leinwand ausgefallen ist (vermutlich die Kälte *gg*) und wir nicht wirklich viel vom Wettkampf verfolgen konnten, da die Läufer echt verdammt schnell waren. Anschließend sind wir dann noch auf das Konzert und dann zurück ins Hostel. Lustig war, dass wir dort eine deutschsprachige Französin, die Dolmetscherin werden will und zwei Deutsche getroffen haben, die da gerade Praktika machten.

Am Sonntag sind wir dann zum “Chute de Montmorency” einemriesigen Wasserfall, der wesentlich höher ist als die Niagarafälle. Wir haben die Tour mit zwei Südafrikanern gemacht, mit denen wir uns ein Zimmer geteilt hatten. Die Busfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln war schwierig, aber die einzige Möglichkeit für uns dorthin zu kommen und der Zwischenstopp zum Umsteigen bot eine schöne Aussicht. Wir sind dann dort ein wenig rumgelaufen über komplett vereiste Treppen (die wahrscheinlich gesperrt sein sollten *gg*) runter gelaufen und haben uns dann in der Gondelstation, mit der man wieder nach oben fahren kann aufgewärmt (Christians Kameralinse war durch die kalten Temperaturen und die Gischt der Wasserfälle sogar vereist). Anschließend mussten wir dann ca. einen Kilometer ins nächste Dorf laufen um überhaupt wieder einen Anschluss an das Bussystem zu haben (das nennen die da direkt unten an den Wasserfällen). Die Strecke (eigentlich für Skidoos gesperrt) wurde davor noch von zwei Polizisten mit ihren Skidoos genutzt und war somit zwar etwas fest, trotzdem unwegsam. An der Bushaltestelle angekommen, erfuhren wir, dass der nächste Bus erst ca. 45 Minuten später fährt und so sind wir zur Umsteigestelle gelaufen. Anschließend haben wir uns noch ein bisschen die Altstadt angeschaut, waren was essen und sind dann mit dem Bus zurück nach Montréal gefahren. Insgesamt ein schöner Trip, wobei ich den Sonntag schöner fand, da es wärmer war und vor allem in der Stadt nicht mehr ganz so viel los war.

Am Montag wurde es wieder wärmer, am Dienstag hat es wie blöd geregnet, am Mittwoch war es dann wieder unter 0°C, so dass die Gehwege total glatt waren. Abends bin ich dann zum Bell Center und habe dort meine Tickets abgeholt, anschließend war ich dann bei Thomas zu einem DVD-Abend eingeladen. Wir haben Rambo geschaut und ein bisschen WII gespielt und dabei festgestellt, dass 20″ Pizzen doch nicht so klein sind.

Donnerstag Nacht bin ich dann, leicht erkältet, Richtung New York aufgebrochen. Um halb 12 ging es in den Bus, schlafen bis halb 2, dann Duty-Free-Shopping (was soll denn der Blödsinn nachts um halb 2…ich will schlafen) und dann über die amerikanische Grenze. Mit einer Aufenthaltsadresse und einem europäischen Pass, etwas Glück beim Zollbeamten und ein wenig freundlich sein, war die Einreise gar kein Problem. Um halb 5 haben wir dann in Albany zum auftanken zwischengestoppt und sind dann um kurz vor halb 8 in New York angekommen.

Empfangen wurde ich von vielen Wolken. Ich bin dann auf eigene Faust Richtung Downtown gelaufen und wollte eigentlich am Wasser entlanglaufen. Da ich unwissender weise den Hinterausgang benutzt habe, bin ich auch nicht auf die Idee gekommen zuerst zum Times Square zu gehen oder den Broadway entlangzulaufen ;) . Naja ich bin dann irgendwann ans Wasser gekommen (nachdem ich durch einige nicht ganz so schöne Straßen gelaufen bin), doch dann kam ganz unverhofft auch noch von oben Wasser und zwar in Form von strömendem Regen!!! Binnen Sekunden war ich komplett nass, selbst das Regencape meines Rucksacks brachte nicht viel, weil sich das Wasser durch die Rückenpolster durchsaugte. Irgendwann habe ich dann das World Financial Center gefunden, da es eine öffentliche Einkaufsmeile ist, konnte ich mich da wunderbar aufwärmen ;) . Außerdem habe ich mir Tabletten gegen mein Halsweh besorgt, dass aufgrund der kühlen Temperaturen im Bus, des wenigen Schlafes und nicht zuletzt des Regens eher schlimmer als besser wurde. Von dort bin ich dann überdacht zum “Tribute to 9/11″ gelaufen. Einer beeindruckenden Ausstellung über 9/11, die Opfer (ist irgendwie von den Familien mit organisiert) und die Hilfe. Anschließend bin ich dann mit der Metro (die PATH-Station bzw. Metrostation hat den Einsturz teilweise sogar überlebt) zum Hostel gefahren. Begrüßt wurde ich mit der Botschaft, dass ich eine Kaution für den Schlüssel hinterlegen musste. 10 $ in bar. Eigentlich kein Problem, aber ich hatte mich darauf eingestellt kein Geld zu wechseln und das Hostel bewusst ausgewählt, weil man dort mit Kreditkarte zahlen konnte. Auch meine kanadischen Dollar wurden nicht akzeptiert. Da ich nicht kanadische Dollar in US-Dollar und wieder zurück wechseln wollte, bin ich zum Times Square gelaufen und habe dort mit meiner EC-Karte 20 $ abgehoben und die Kaution bezahlt. Das Times Square ist schon beeindruckend… beeindruckend energieverschwendend. Ich will echt nicht wissen was die ganz Videowände und Werbebänder da kosten. Da ich mich nicht wirklich wohl fühle gönnte ich meinem Körper eine Pause und bin früh schlafen gegangen (Kluge Entscheidung ;) ). Am nächsten Tag ging es mir besser, doch leider wurde ich mit der Botschaft überrascht, dass ich mein Zimmer wechseln muss, dass ganze in einem wirklich nicht sehr netten Ton und auf eine absolut unfreundliche Art (zumindest für mich und das was ich bisher von Hostels gewohnt war). Ich habe das mein ganzes Zeug in Rucksack und alles mitgenommen, da ich es dann nicht unbedingt im Hostel lassen muss (wer weiß eventuell hätte ich ja nochmal umziehen müssen ;) ).Ich bin dann mit der U-Bahn Richtung Hafen gefahren und dort mit der Tourifähre auf Liberty Island, wo die Freiheitsstatue steht. Das Ding ist schon richtig beeindruckend. Dort ist mir ein Foto gelungen, von dem ich behaupte, dass es eines meiner Besten ist… auch wenn es purer Zufall war. Ich möchte es euch auch nicht vorenthalten:


Um auf den Sockel der Statue zu kommen und das “Museum” im Inneren zu besuchen, muss man sich neuerdings mindestens 2 Tage vorher online anmelden, da ich das nicht gemacht hatte und eigentlich auch nicht unbedingt machen wollte, hatte ich den Besuch innerlich schon abgehackt. Ich bin dann noch in die Parkinformation, wo ich mich mit der Rangerin unterhalten habe, um noch ein paar Infos über die Insel und die Statue zu bekommen. Sie hat mir dann gesagt heute sei mein Glückstag und mir ein Ticket für die Statue in die Hand gedrückt ;) . Ich habe diese dann auch innen besucht (nachdem ich meinen Rucksack abgegeben hatte und zum 2. Mal nach einem Securitycheck am Hafen, gecheckt wurde). Innen ist dann unter anderem die “originale” Fackel, die kurz nach dem Bau installiert wurde (zuerst hatte sie keine “Leuchtturm-Funktion”) ausgestellt, die im Zuge von Renovierungsarbeiten durch ein Replikat ersetzt wurde.

Anschließend bin ich dann über Ellis-Island, der Insel wo früher die Einwanderer empfangen wurden, zurück nach Manhattan gefahren. Dort bin ich dann den Broadway entlang bis zur Wallstreet, dann zur Brooklyn-Bridge, zurück zur City Hall (die wie die Wall Street umzäunt und bewacht war) und dann zurück mit der Subway von Ground Zero zum Hostel (der Akku meiner Kamera war dann übrigens auch leer ;) ). Die beiden angesprochenen Bauwerke sind nicht nur umzäunt, an den Zufahrtsstraßen sind auch straßensperrenartige Stationen aufgebaut, wo du nur mit Sondererlaubnis durchkommst. Lustiger weise waren 3 der 6 Autos vor der Wall Street deutsche Autos. Vor dem historischen Wall Street Gebäude hängt eine riesige und mehrere kleinere amerikanische Flaggen… irgendwie schon krass, wenn ich mir das in der Form in die Deutschland vorstellen würde… Im Hostel habe ich dann mein neues Zimmer bezogen, meine Kamera geladen und bin zum Abendessen in ein nettes Steakhause gegangen. Dort habe ich mich dann mit einem netten Franzosen unterhalten und bin anschließend über das Times Square zum Empire State Building gelaufen, wo ich den Blick über New York genossen habe. Im Gegensatz zu Toronto konnte man hier sogar nach draußen und sich den eisigen Wind um die Ohren blasen lassen und schöne Bilder machen. Die 17$ für weitere 15 Stockwerke (89. auf 102. Stock) habe ich mir geschenkt, da die Sicht eh nicht so besonderes gut war (Luftverschmutzung und Luftfeuchtigkeit) und es deshalb vermutlich nichts gebracht hätte, außerdem war es mir das einfach nicht wert. Ich bin dann zurück ins Hostel und konnte die Nacht durchschlafen, da ich komischerweise dann allein im Vierbettzimmer war.

Am Sonntag stand dann die Midtown-Tour an… Madison Square Garden, Time Square (Touri-Guide holen), Rockefeller Center, vorbei am Chrysler Building, Central Station, UN Plaza, deutsches Haus, mit der Subway zum Central Park, vorbei am Metropolitian Museum und mit der Subway zurück zum Bus Terminal. Leider war ist das UN-Gelände an den Wochenenden im Januar und Februar geschlossen, so dass ich das enttäuschender weise nicht besuchen konnte. Der Central Park ist wirklich die grüne Lunge der Stadt und ich habe mich das erste Mal in New York wirklich wohl und sicher gefühlt, war schon irgendwie komisch.

Fazit nach 2 ½ Tagen New York… Eine beeindruckende Stadt, sicher auch schön um sie mal zu besuchen, aber im Gegensatz zu anderen Städten (Montréal, Vancouver, Sydney, Melbourne) will ich da nicht unbedingt wohnen. Ich hatte einfach die ganze Zeit ein komisches Gefühl, vielleicht Unsicherheit, vielleicht auch einfach nur weil es mir nicht so gut ging. Die Stadt ist schon riesig, aber ich habe es mir noch größer vorgestellt. Lustig fand ich dass die Leute von denen ich es am wenigsten erwartet hätte (Polizisten, Security-Leute und einige Zollbeamten) super nett waren, die im Hostel (teilweise), in einigen Läden und einige der Ranger bzw. Parkangestellten aber total unfreundlich und barsch waren. Allerdings habe ich in New York einige nette Leute aus mehreren Teilen Amerikas kennengelernt, die meinen nicht ganz so tollen Eindruck von den USA etwas verbessert haben. Alles in Allem war es trotz des verregneten Freitags ein schönes Wochenende.

Heute waren wir mit dem ganzen Team, mit Thorsten, unserem Projektleiter aus Deutschland, in Chinatown Hot-Pot essen. Ein traditionelles chinesisches/koreanisches Essen, ähnlich dem Fondue. Es gab eine scharfe und eine nicht so scharfe Variante und war richtig lecker, auch wenn die Klamotten jetzt diesen öligen/fettigen/kräuterhaltigen/undefinierbaren Hot-Pot Geruch angenommen haben.

Morgen Abend (inzwischen heute) gehen wir mit dem ganzen neuen AdManagement Team in ein Steakhaus zu Abendessen, wird sicher ganz lustig. Ich werde mich dann auch etwas früher von dem Teamevent verabschieden, da ich noch Tickets für das Canadiens-Spiel gegen Ottawa habe =).Das war es von mir, ich erwarte nicht das ihr alles gelesen habt, es ist einfach wieder viel zu viel, aber irgendwie wird mir der Blog auch als eine Art Tagebuch dienen, von daher ist es immer etwas ausführlicher =)

Liebe Grüße,
Florian

P.S.: Bilder kommen übermorgen….

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